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12. September 2016

Klausurkonvent in der Slowakei

Von th.-m. robscheit
Klausurkonvent in der Slowakei
Vom 28.8. bis zum 3.9.2016 waren die Mitarbeiter des Kirchenkreises Apolda-Buttstädt unterwegs.

Mit dem Bus sind wir am Sonntagabend gestartet, am nächsten Vormittag waren wir in Velky Slavkov angekommen. In diesem kleinen Dorf gibt es das internationale Evangelische Jugendzentrum „Ichtys“, in dem wir untergebracht waren. Obwohl die Reise recht anstrengend gewesen war, haben wir diesen Tag noch nutzen können, um den Ort und die Arbeit des örtlichen Pfarrers kennen zu lernen. Der Klausurkonvent in der Slowakei war einerseiklausurkonvent-in-der-slowakeits durch thematische Einheiten geprägt. Zum anderen konnten wir die Arbeits-, Glaubens- und Lebensumstände hier in der Slowakei kennen lernen. Zu den thematischen Schwerpunkten gehörte zweifelsfrei die Diskussion und Stellungnahme zum Leitbild unseres Kirchenkreises.

Belsky Slavkov

Gleich am nächsten Tag besuchten wir das Jugendzentrum Belsky Slavkov. In diesem Zentrum finden vorrangig verwaiste Jungen, die aus Altersgründen das Kinderheim verlassen mussten. Daneben bietet es auch Männer, die im Alltag keinen Halt finden, ein zu Hause. Hervorgegangen ist die Arbeit aus dem christlich motiviertem Engagement einer einzelnen Familie, die zunächst drei obdachlose Jugendliche bei sich privat aufgenommen hatte. Diese Hilfe sprach sich herum, immer mehr Menschen suchten Zuflucht und so wurde das Zentrum gegründet. Ziel ist es, Jugendliche an regelmäßige Arbeit heranzuführen, sie nach Möglichkeit auszubilden und fit für ein selbständiges Leben zu machen.

In einer langen Gesprächsrunde wurde uns diese Arbeit erläutert und verabredet, dass die Mitarbeiter demnächst unseren Kirchenkreis besuchen, um vergleichbare Arbeit in Deutschland kennen zu lernen. Die Arbeit der Stiftung Finneck und der Alten Post in Bad Sulza des Diakoniewerkes Apolda bieten dafür sehr gute Ansatzpunkte.

Poprad

Am Abend waren wir in Poprad. Zwei junge Frauen aus der Kirchgemeinde führten uns durch die Stadt und Kirche. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen gab es viel Zeit für ausführliche Gespräche, die uns nicht nur die Situation einer slowakischen Stadtgemeinde, sondern auch das Leben insgesamt näher brachten.

Hohe Tatra

Der Mittwoch wurde auf vielfältige Weise genutzt, um im Gebirge unterwegs zu sein. Bei den Wanderungen bzw Ausflügen in kleineren Gruppen, waren wir natürlich von der Gebirgslandschaft begeistert, gleichzeitig war der gemeinsame und oft anstrengende Weg für den inneren Zusammenhalt unter den Kollegen immens wichtig. Auch manche Hybris kam so zum Vorschein.

Mühlenbach

Am vorletzten Tag war ein Besuch der Gemeinde in Mühlenbach eingeplant. Die dortige evangelische Kirche war in der sozialistischen Zeit als Lagerhalle der Landwirtschaft genutzt worden, später als Automobilmuseum. Nun bemüht sich die sehr kleine Gemeinde das Gotteshaus wieder herzurichten und als Kirche erneut zu nutzen. Es ist beeindruckend, wie auch hier unter ganz anderen Umständen als in Thüringen, die Sanierung und Erhaltung vor Kirchen letztlich vom Engagement Einzelner und deren Vision abhängt. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken konnten wir dann nicht nur die Sicht der heute Aktiven kennenlernen, sondern haben auch die berührenden Geschichte einer alten, deutschstämmigen Bewohnerin erfahren. Ein Besuch auf dem Friedhof am Mahnmal für die Opfer eines Massakers nach dem Krieg an Deutschstämmigen beendete sehr emotional unseren Besuch in Mühlenbach.

Leider ging unser Klausurkonvent in der Slowakei bereits am Freitag zu Ende.klausurkonvent-in-der-slowakei

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