2. Juni 2021

Briefe-Schreiben?

Von th.-m. robscheit
This entry is part 114 of 114 in the series geistliches Wort

Liebe Leserinnen und Leser, schreiben Sie eigentlich anderen Menschen? Also Briefe? Oder Postkarten? Oder nur noch e-mails und Kurzmitteilungen? Bei mir hat sich da in den letzten 30 Jahren grundsätzlich geändert. „Natürlich“, werden Sie sagen, „vor dreißig Jahren gab es noch keine Messenger, e-mails und sms waren zwar schon erfunden, aber vor der Jahrtausendwende viel zu wenig verbreitet. Natürlich mußte man Briefe schreiben!“ Mir ist jetzt ein Brief aus dem Jahr 1988 an meine Eltern in die Hände gefallen. Es mutet richtig putzig an, dass ich meiner Mutter mitteile, wann ich das nächste Mal nach Eisenach (von Jena) fahren werde, sogar mit welchem Zug. Deswegen würde heute ganz gewiß niemand mehr einen Brief schreiben. Wie verbindlich das damals war! Heute ist eher mit einer kurzen Nachricht unmittelbar vor der verabredeten Zeit zu rechnen: „Sorry, wird später“, vielleicht noch ein Smilie dazu; Träne im Auge, oder Zwinkern. Mir erschließt sich allerdings selten, was das dann bedeuten soll. Ist die Entschuldigung gar nicht nicht ernst gemeint? Ich empfinde es jedenfalls als oberflächlich. Doch wenn ich dann meine eigenen e-mails lese, muss ich feststellen, dass ich auch nicht besser bin. Gerade wenn eine Mail ein paar Mal hin- & her geschickt wurde, lasse ich Anrede und Gruß weg, meistens achte ich dann auch nicht mehr so genau auf Rechtschreibung. Wie schön ist das doch bei Briefen. Selbst bei amtlichen Schreiben an Behörden verwendet man eine ordentliche Anrede und einen kurzen Gruß! Noch viel umfangreicher war das in früheren Briefen. Paulus´ zum Beispiel verabschiedet sich nicht mit „LG Paulus“, sondern gibt einen Wunsch mit auf den Weg. Mit seinen Worten möchte auch ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein besonders Wochenende wünschen. Vielleicht nehmen Sie sich sogar die Zeit, einem lieben Menschen einen handschriftlichen Brief zu schreiben!

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

 

 

Der Artikel erschien erstmals in der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen  vom 30. Mai 2021.

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