5. Dezember 2021

Die Sache mit dem kleinen Finger

Von Th.-M. Robscheit
This entry is part 1 of 121 in the series geistliches Wort

Sie kennen das sicherlich, liebe Leserinnen und Leser: Da lässt man sich einmal breitschlagen und fortan wird man ständig gefragt. Wenn man den kleinen Finger gibt, wird oft die ganze Hand genommen. Kirchgemeinden sind darin besonders gut. Es ist aber letztlich bei allen anderen Organisationen und Vereinen, die wesentlich auf Ehrenamtliche angewiesen sind, ganz ähnlich. Hin und wieder wird dann sogar nicht nur die ganze Hand genommen, sondern es wird dreist erwartet, dass diese Hand fortan auch immer zur Verfügung steht. Als Selbstverständlichkeit. „Was, Du willst diesmal nicht wie auch in den letzten 12 Jahren Deine Küche einsauen, Dir die Nacht um die Ohren schlagen und dann den Tag in der Kälte vor dem Backofen verbringen? Nur weil dein Freund heiratet?“ – Sie lachen, liebe Leserinnen und Leser, Sätze wie diese sind aber Realität! Es ist ein schmaler Grat zwischen der notwendigen verlässlichem Einbindung von (ehrenamtlichen) Engagement in unser soziales und kulturelles Leben einerseits und der Ausnutzung der Bereitschaft, anderen das Leben schöner, reicher oder lebensfroher zu machen, andererseits.

Wer einmal den kleinen Finger gibt … Apropos Finger: es ist wichtig, „Danke“ zu sagen. Das kann ganz unterschiedlich sein: Ein persönliches Wort, eine kleine Aufmerksamkeit. Auch das etwas in Verruf geratene Klatschen oder die öffentliche Würdigung. So wie bei der Wahl zum Thüringer/in des Monates oder Jahres. Und da kann nun ihr Finger ins Spiel kommen: Klicken Sie! Stimmen Sie beim MDR mit ab. Es geht in erster Linie nicht darum, wer am Ende gewinnt. Sondern dass viele Klicks ein deutliches „Danke!“ an alle Nominierten für die oft nicht wahrgenommene Arbeit sind. Wenn dann noch unsere Apoldaerin gewönne, wäre das famos.

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