8. September 2015

Tod

Von th.-m. robscheit
This entry is part 53 of 107 in the series geistliches Wort

„Die Einschläge werden dichter!“, mit diesem Satz beschreiben manche Menschen recht hilflos eine beängstigende Erfahrung, die die meisten in ihrem Leben machen: die Geburtsjahre der Menschen, die sterben lieben immer näher an dem eigenen; auch nimmt scheinbar die Anzahl der Menschen, die man kannte und die sterben zu. Beängstigend ist das, besonders dann, wenn man den Verstorbenen gut kannte, aber wiederum nicht so eng mit ihm verbunden war, dass man vor Trauer halb blind ist. Der Tod stellt die Frage nach dem Leben.
Der Tod. Oft verdrängt, aber manchmal holt er uns in unserem Alltag ein und erschüttert ihn. In dieser Woche war bzw. ist das bei mir besonders intensiv. In ganz unterschiedlichen Zusammenhängen stand dieses Thema plötzlich im Raum. Bei der Trauerfeier eines überraschend verstorbenen Freundes heute sowieso, aber auch als Mike Nych und ich zusammengesessen und den Kantatengottesdienst für Sonntag vorbereitet haben. Eine der möglichen Lesungen ist die Auferweckung des Lazarus. In der Erzählung wird ein Wunder beschrieben: Jesus erweckt einen Toten. Das ist natürlich positiv gemeint! Was nicht in der Bibel steht: was sagt denn Lazarus dazu? Er war auf dem Weg ins Paradies und muss ins irdische Leben zurück – um später irgendwann dennoch zu sterben! Was ist das: unser Leben? Wofür sind uns die Zeit auf dieser Erde gegeben? Womit soll ich die Tages füllen, damit sie sinnvoll sind? Letztlich muss das jeder für sein Leben selber herausfinden; nur leer sollten sie nicht bleiben!
Bei der Trauerfeier heute hat der Pfarrer der Trauergemeinde einen wichtigen Satz mit auf den Weg gegeben: „Leben Sie jeden Tag so, als wäre es der letzte und vergeuden Sie ihn nicht!“

Ihr Th.-M. Robscheit

Oktober 2013

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