31. Dezember 2023

Du bist ein Gott, der mich sieht!

Von Th.-M. Robscheit
This entry is part 130 of 134 in the series geistliches Wort

Liebe Leserinnen und Leser!

Kommt ein Mann zum Arzt: „Herr Doktor, die anderen nehmen mich nie wahr!“ Der Arzt: „Der nächste bitte!“. Mir ist dieser, zugegebenermaßen nicht besonders originelle, Witz wieder eingefallen, als ich über dieses geistliche Wort zum Jahreswechsel nachgedacht habe. Im letzten Jahr hat uns ein Spruch aus dem alten Testament begleitet: „Du bist ein Gott, der mich sieht!“. Gesprochen wurde das von Hagar, einer Frau der ziemlich übel mitgespielt wurde. Sie wurde als Leihmutter missbraucht, dann wegen dieser Schwangerschaft vertrieben. Sie verliert ihren Lebensmut. Doch genau im dunkelsten Moment kommt Hilfe. Ein Engel hört ihr zu und spricht mit ihr. Das alleine reicht. Hagar kehrt wieder um: „Du bist ein Gott, der mich sieht!“.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, in diesen Tagen auf das zurückliegende Jahr blicken, wie geht es Ihnen dann? Wurden Sie von den Menschen um Sie herum gesehen? Wahrgenommen mit Ihren Freuden oder Nöten? Oder kam es Ihnen so vor, als übersieht man Sie? Wie oft haben wir den Eindruck, nur Spielball irgendwelcher Interessen zu sein. Mit Ignoranz werden Engagement und Mühe beiseite gewischt, weil das gerade nicht (mehr) ins Bild passt. Das kann Ihnen auf der Arbeit, in der Familie oder bei Behörden passieren. Oft genug sehen diese Leute sich entweder so wie Abraham und Sarah im Recht oder bemerken ihre Fehlverhalten gar nicht. Das schmerzt. Und natürlich stellt sich auch die Frage, wie gelingt es uns selber, andere wahrzunehmen? Sicherlich haben auch wir unsere blinden Flecken und sehen unsere Mitmenschen nicht immer so, wie wir sie wahrnehmen sollten. Wie gehen wir damit um?

Vielleicht blicken Sie nun verbittert auf das Jahr 2023 zurück: so oft wurde ich nicht gesehen. Ich hoffe aber, Sie haben auch die Erfahrung gemacht, dass Gott Sie gesehen hat. Dass ein Engel da war, der Ihnen zugehört hat, mit Ihnen gesungen, gebetet oder geschwiegen hat. Bewahren Sie diese guten Erinnerungen!

Ihr Th.-M. Robscheit

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