8. September 2015

Rennsteig

Von th.-m. robscheit
This entry is part 47 of 107 in the series geistliches Wort

Lieber Leserinnen und Leser,

manchmal scheitert man im Leben, man nimmt sich etwas vor und dann klappt das nicht. Mir ging es in der letzten Ferienwoche so. Ich bin am Rennsteig gescheitert. Fast jedes Jahr fahre ich mit dem Rad diesen Weg ab, meistens schließen sich einige Männer und Jugendliche an. Vor neun Jahren hat mit H.E. aus H. dafür extra einen geländegängigen Fahrradanhänger geschweißt, auf dem Zelte, Schlafsack, Wasser und was sonst noch alles nötig ist, transportiert werden kann. Tja und nun war ausgerechnet am höchsten Punkt Schluss. Es ging nicht mehr. Alles nass und kalt, zwei Nächte fast nicht geschlafen. Ich war völlig unmotiviert. „Kommt vor!“, werden Sie sagen und vielleicht fallen Ihnen ähnliche Geschichten ein, mit denen Sie mich trösten könnten.
Ich frage mich jetzt, ob ich nicht doch hätte weiterfahren können. Es war nicht die körperliche Kraft oder Ausdauer, die gefehlt haben, sondern es war die nasskalte Aussichtslosigkeit, die durch den Wetterbericht noch verstärkt wurde: das kann doch alles nichts werden, es wird nur in Strömen regnen, es ist jetzt schon schwierig und es wird noch düsterer! Das waren meine Gedanken, die mich runtergezogen haben.
Wie oft geht uns das auch im täglichen Leben so: wir sehen nur schwarz und alles was wir hören, verstärkt diesen Eindruck.
Doch oft ist dieser Eindruck falsch, am Rennsteig ist mein Freund schließlich alleine weitergefahren. Es hat nicht geregnet, sondern die Sonne kam heraus – allen Prognosen zum Trotz.

Seien Sie hoffnungsvoll und erwarten Sie das Gute! Es kommt öfter als man denkt!
Ihr Pfr. Robscheit

September 2012

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