31. Oktober 2020

Martinskirche: IBA Projekt vorgestellt

Von th.-m. robscheit
This entry is part 1 of 1 in the series 2020 IBA: Martinskirche

Am 15.10. 2020 wurde der Kirchengemeinde Apolda der Siegerentwurf zur Umgestaltung des Kirchenschiffs der Martinskirche vorgestellt. Bis dahin ist es ein weiter Weg gewesen. Als das Kunstgutarchiv im Frühjahr 2017 nach Eisenach umgezogen ist, stand das Kirchenschiff leer. „Mir war es wichtig, dass die Kirchengemeinde nicht mit einer ungenutzten Imobilie belastet wird“, so Pfr. Robscheit; von ihm stammt die Idee, diesen Raum als Sozialkaufhaus (BOZ-Basar) an das Diankoniewerk zu vermieten. Mit diesem Plan hat sich die KG zunächst bei dem IBA-Projekt „Leerstand“ beworben. Da die EKM eigene Projekte in Kooperation mit der IBA durchführt, „wanderte“ das Projekt Sozialkaufhaus zu Querdenker 2017, was natürlich nichts mit den Demonstrationen 2020 zu tun hat.

Es stellte sich schnell heraus, dass der Flächenbedarf eines Sozialkaufhauses in dem Schiff der Martinskirche nicht ausreichend ist; der Gedanke, eine Öffnung dieses nicht mehr sakral genutzten Kirchenraumes, in die Öffentlichkeit hinein, hatte aber inzwischen so viele Anhänger gefunden, dass eine Machbarkeitsstudie unter dem Arbeitstitel „soziokulturelles Zentrum Martinskirche“ erstellt (& von der Landeskirche bezahlt) wurde.

Der GKR hat sich das Votum der Expertenkomission, der neben Architekten auch Vertreter der Stadt Apolda, der Diakonie und der Kirchengemeinde angehörten, zu eigen gemacht. Als nächster Schritt wird es nun um eine genaue Kostenkalkulation gehen.

Der Entwurf des Leipziger Architekturbüros Atelier ST hat in vielerlei Hinsicht überzeugt. Ganz ohne Frage stellt er ein Alleinstellungsmerkmal für die Martinskirche dar und strahlt damit weit über den Landkreis hinaus. Neben dieser hohen künstlerischen Komponente, stellt er eine energetisch sinnvolle Variante der Nutzung des Kirchenschiffes dar, das bedeutet später niedrigere Unterhaltskosten. Er wird allen Anforderungen an den Platzbedarf gerecht.

Mitten im Kirchenschiff schwebt ein wuchtiger Körper. „Den Widerspruch zwischen der gesehenen Leichtigkeit und der gewußten Schwere, stelle ich mir grandios vor!“, so Robscheit. Im Inneren des barrierefrei zugänglichen Baukörpers sind ein großer Probenraum, ein teilbarer Gemeinderaum sowie Toiletten untergebracht. Außerdem wird es einen direkten Zugang zu den Räumen im Turm oberhalb der orgel geben. Dort könnte ein Jugendraum, Vorbereitungsräume sowie ein Materiallager (über dem Chorraum = Raum, in dem heutzutage die Gottesdienste stattfinden) untergebracht werden.

Lesen Sie hier einen Bericht der Apoldaer Ausgabe der Thüringer Allgemeinen

 

 

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